Miniserver Compact

ACHTUNG: Wenn sich ein Miniserver Compact in der Installation mit einem Audioserver befindet, ist die Config Version 14.3.7.4 Beta 1 oder höher erforderlich.

Der Miniserver Compact dient als zentrale Steuereinheit für Automatisierungsaufgaben aller Art.
Zur Erweiterung mit zahlreichen Geräten dienen integrierte Schnittstellen für Link, Tree, Air und Tree Turbo.
Damit übernimmt der Miniserver Compact auch die Funktion eines Audioservers.
An der USB Schnittstelle können Datenträger mit Musikdateien angeschlossen werden.

Datenblatt Miniserver Compact

Inhaltsverzeichnis


Montage

Die Installation erfolgt in einem geeigneten Verteiler auf einer Hutschiene.

Schließen Sie die Spannungsversorgung, sowie Ein/Ausgänge und Schnittstellen an, soweit benötigt.

Die Link Schnittstelle (blau/weiße Klemme) kann in Loxone Config auch auf eine Tree Schnittstelle umgeschaltet werden.

Über die LAN Buchse wird der Miniserver an das lokale Netzwerk oder einen WLAN Router angeschlossen.


Inbetriebnahme

Der Miniserver startet nach dem Einschalten der Spannungsversorgung, und ist in einigen Sekunden Betriebsbereit.
Die Betriebsbereitschaft wird durch grünes Blinken der linken Status LED im Sekundentakt angezeigt.
Die rechte LED leuchtet, wenn Meldungen zum Systemstatus vorliegen.

Beim ersten Start mit Werkseinstellungen erhält der Miniserver per DHCP vom Router eine IP Adresse zugewiesen.

Falls im Netzwerk kein DHCP Server aktiv ist, oder der Miniserver direkt an einen PC angeschlossen ist, wird Link-Local Adressierung per Zeroconf unterstützt.
Dabei nehmen Miniserver und Computer eine 169.254.x.x Link-Local Adresse an, wenn beide auf DHCP eingestellt sind.
Alternativ kann Miniserver und Computer aber auch manuell eine IP Adresse zugewiesen werden.

Anschließend können Sie in Loxone Config nach dem Miniserver im Netzwerk suchen, und sich dann verbinden. Bei einem Miniserver mit Werkseinstellungen lauten Benutzer und Passwort: admin/admin

Folgen Sie anschließend unserer Anleitung zur Erstkonfiguration, um Ihr neues Projekt mit dem Miniserver anzulegen.


Anschließen von Extensions

An die Link-Schnittstelle eines Miniservers können bis zu 30 Extensions nach folgendem Schema angeschlossen werden:

Verbinden Sie die Extensions linienförmig über die Link Schnittstelle mit einem Miniserver. Wenn für die Extensions ein eigenes Netzteil zum Einsatz kommt (z.B. in einer Unterverteilung), muss auch der GND mitverbunden werden. Die Netzteile werden in diesem Fall über den GND (Minuspol) verbunden. Diese Verbindung ist für eine stabile Datenübertragung zwingend notwendig.

Das blau/weiße Aderpaar eines CAT5/6/7 Kabels wird zur Verkabelung der Link Datenleitungen im Gebäude verwendet. Dies ermöglicht eine maximale Länge von 500m.

Mit dem 120 Ohm Abschlusswiderstand wird die Link Schnittstelle an der letzten Extension terminiert. Klemmen Sie dazu den Widerstand dort ein, welcher dem Miniserver beiliegt.

Nach dem Einschalten der Spannungsversorgung blinken die Extensions zunächst rot, bei erfolgreicher Verbindung zum Miniserver nach kurzer Zeit orange.

Danach können die Extensions eingelernt werden.


Anschließen von Tree Geräten

Bis zu 50 Tree Geräte können an die Tree Schnittstelle eines Miniservers oder an jeden der beiden Äste einer Tree Extension angeschlossen werden. Zwischen den verschiedenen Tree Ästen darf keine Verbindung hergestellt werden.
Das folgende Schema zeigt beispielhaft die Verdrahtung mehrerer Tree Geräte, die an zwei verschiedenen Ästen einer Tree Extension angeschlossen sind.

Folgende Topologien sind für die Verdrahtung möglich, bei max. 500m Gesamtlänge:

Zur Verkabelung wird dabei das Loxone Tree Kabel verwendet, welches sowohl die Tree Datenleitungen, als auch Leitungen für die 24VDC Spannungsversorgung in den entsprechenden Farben beeinhaltet. Für Geräte mit höherem Energiebedarf wie Tree Leuchtmittel, enthält das Tree Kabel auch ein Aderpaar mit 1,5mm² Querschnitt zur Spannungsversorgung.

Wir empfehlen pro Raum jeweils ein Tree Kabel vom Verteiler in den Raum zu verlegen und dann im Raum zu den einzelnen Tree Geräten abzuzweigen. Dies entspricht einer Baum Topologie.

Innerhalb des Schaltschranks kommen Rangierdrähte mit verdrillten Aderpaaren zum Einsatz.

Für alle Geräte, welche miteinander kommunizieren, muss auch der GND mitverbunden werden. Dies ist notwendig, wenn mehr als ein Netzteil zum Einsatz kommt. (z.B. in einer Unterverteilung, oder bei eigenen Netzteilen für die Beleuchtung.) Die Netzteile werden in diesem Fall über den GND (Minuspol) verbunden. Diese Verbindung ist für eine stabile Datenübertragung zwingend notwendig.

Die Leitungslänge von max. 500m pro Tree Ast bezieht sich rein auf die Datenleitungen, nicht auf die 24V Spannungsversorgung. Bei Verbrauchern mit höherer Leistung wie Tree Leuchtmitteln oder Tree Dimmern ist die erreichbare Leitungslänge durch den entstehenden Spannungsabfall oft deutlich kürzer.

Wird der Spannungsabfall durch den Stromfluss auf der GND Leitung zu hoch, so beeinträchtigt dieser Potentialunterschied auch die Tree Kommunikation.
Zur Abhilfe teilen Sie die Versorgung bei längeren Strecken und Verbrauchern höherer Leistung auf mehrere Zuleitungen auf, oder verwenden eine Zuleitung mit höherem Querschnitt, oder ein Netzteil in der Nähe der Verbraucher.
Bei bestehenden Installationen reicht oft die Verdopplung des Querschnitts der GND Leitung, um den Potentialunterschied zu beseitigen.

Danach können die Tree Geräte eingelernt werden.


Anschließen von Tree Turbo Geräten

Bis zu 10 Tree Turbo-Geräte können an die Tree Turbo-Schnittstelle eines Audioservers oder Miniserver Compact angeschlossen werden.
Die folgenden Verkabelungstopologien sind möglich, bei einer maximalen Länge von 150m:

Zur Verkabelung kann dabei das Loxone Tree Kabel verwendet werden. Verwenden Sie das grün/weiße Aderpaar für Tree Turbo, und das orange/weiße Aderpaar mit 1,5mm² (AWG16) für die Spannungsversorgung.

Verwenden Sie bei längeren Strecken oder mehreren Tree Turbo-Geräten mit hohem Stromverbrauch entweder ein Netzteil in der Nähe der Geräte, oder verwenden Sie mehrere Zuleitungen. Alternativ kann eine separate Versorgungsleitung mit höherem Querschnitt verlegt werden.

Wenn separate Netzteile zum Einsatz kommen, ist das Mitverbinden des GND mit den Tree Turbo Datenleitungen nicht notwendig.

Die Tree Turbo Schnittstelle basiert auf einer völlig anderen technischen Grundlage als die bekannte Tree Schnittstelle. Es darf deshalb keine Verbindung zwischen der Tree und der Tree Turbo Schnittstelle hergestellt werden! Die Tree Turbo Datenleitungen sollten nicht gemeinsam mit anderen Daten- oder Signalleitungen im selben Kabel geführt werden.

Die Kommunikation der Geräte über Tree Turbo ist IP basiert, deshalb scheinen alle Tree Turbo Geräte samt IP Adressen im Netzwerk auf.

Befinden sich Audioserver oder Miniserver Compact in einem 10.10.10.x Netzwerk, dann müssen diese auf DHCP eingestellt werden und vom Router immer die gleiche Adresse zugewiesen bekommen, da die angeschlossenen Tree Turbo Geräte ebenfalls in diesem Adressbereich kommunizieren, andernfalls können IP Adresskonflikte auftreten.

Tree Turbo Geräte booten ihr Betriebssystem über die Tree Turbo Schnittstelle, nachdem die Stromversorgung eingeschaltet wurde. Dazu muss auch der Audioserver oder Miniserver Compact betriebsbereit sein. Nach etwa einer Minute ist das Tree Turbo Gerät bereit und blinkt orange.

Danach können die Tree Turbo Geräte eingelernt werden.


Einlernen von Air Geräten

Lernmodus

Alle Air Geräte müssen mithilfe des Lernmodus in Loxone Config eingelernt werden. Dieser ist im Auslieferungszustand nach Herstellung der Spannungsversorgung aktiv.

Bei den meisten Air Geräten wird dies durch Rot/Grün/Orange wechselndes Leuchten der Status LED angezeigt. Die genaue Signalisierung des Lernmodus finden Sie in der Dokumentation des jeweiligen Air-Gerätes.

Bei den meisten batteriebetriebenen Air Geräten ist der Lernmodus nur 5 Minuten aktiv, um Energie zu sparen. Falls nötig, nehmen Sie die Batterie kurz heraus und setzen sie danach wieder ein, um den Lernmodus wieder zu starten.

Blinkt ein Air Gerät hingegen nur Orange, dann war dieses bereits eingelernt, kann nun aber keine Verbindung mehr herstellen. In diesem Fall müssen Sie den Lernmodus manuell aktivieren, was Sie bei den meisten Geräten durch Drücken der Lerntaste oder Unterbrechen der Spannungsversorgung erreichen.

Suchen und einlernen

Um nach Air Geräten zu suchen, klicken Sie in Loxone Config zuerst auf eine Air Schnittstelle, und aktivieren anschließend Air Geräte Suche

Im nun geöffneten Fenster werden alle Air Geräte aufgelistet, die im Lernmodus sind. Dies kann wenige Minuten in Anspruch nehmen:

Wenn Sie hier ein Gerät markieren, identifiziert sich dieses auf unterschiedliche Art. Bei Geräten mit Status LED blinkt diese auf, Leuchtmittel pulsieren mit weißem Licht, andere Geräte wie der Loxone Touch machen sich durch ein hörbares Klicken bemerkbar. So können Sie die Geräte entsprechend zuordnen und benennen.

Markieren Sie nun ein Gerät, wählen Bezeichnung, Raum und Montageort, und fügen dieses mit dem Button Gerät einlernen oder dem + Zeichen der Programmierung hinzu.

In der rechten Fensterhälfte werden die Geräte angezeigt, die bereits in der Programmierung vorhanden sind. Blenden Sie diese ggf. mit dem Button Meine Air Geräte einblenden ein. Hier können Sie ein bereits vorhandenes Gerät, mit einem neuen Gerät des gleichen Typs aus der Suche ersetzen. Dies ist dann hilfreich, wenn ein Gerät ausgetauscht wird, oder Geräte einer bereits vorgeplanten Programmierung hinzugefügt werden. Markieren Sie dazu das einzulernende Gerät sowie das zu ersetzende Gerät. Mit einem Klick auf den Pfeil nach rechts wird das alte Gerät gegen das neue in der Programmierung ersetzt.

Zum Übernehmen der Änderungen speichern Sie das Programm anschließend in den Miniserver.

Danach sind die hinzugefügten Geräte betriebsbereit, die jeweiligen Funktionen sind im Peripheriebaum von Loxone Config verfügbar.

Die Loxone App unterstüzt in den Einstellungen ebenfalls das Suchen und Einlernen von Air Geräten.


Gerätestatus

Der Gerätestatus dient als zentrale Übersicht über den Zustand aller Geräte in der Programmierung. Damit wird eine schnelle, aber auch detaillierte Fehlerdiagnose ermöglicht.

Über die Menüleiste kann der Gerätestatus geöffnet werden:

Ist ein Gerät offline, macht gerade ein Update oder ist noch nicht eingelernt, wird dies in der Statusspalte farblich hervorgehoben:

Möglichkeiten zur Diagnose

Mit einem Rechtsklick auf das gewünschte Gerät können individuelle Informationen abgerufen und Aktionen ausgelöst werden. Diese verfügbaren Möglichkeiten sind geräteabhängig.

1. Text-Datei mit Details zum ausgewählten Gerät öffnen
2. ausführliche Details zur Fehlerdiagnose werden in einer Text-Datei (TechReport) zusammengefasst, batteriebetriebene Air Geräte müssen hierfür wach sein
3. Gerät neu starten*
4. zentrale Logdatei def.log abrufen, in dieser werden wichtige Ereignisse im System protokolliert*
5. Strukturdatei LoxApp3.json abrufen, Datei um Kommunikation zwischen Visualisierung und Miniserver zu ermöglichen*
6. Gerätebefehl senden
7. Gerät in den Ruhezustand versetzen
8. Gerät wach halten

* nur bei Miniserver verfügbar

Weiterführende Informationen
Update und Diagnose bei Tree Geräten
Update und Diagnose bei Air Geräten


LED Status

Linke LED Rechte LED Beschreibung

Alles in Ordnung, Gerät ist online.

Eine oder mehrere Systemstatus Meldungen sind aktiv.

Gerät wurde in Loxone Config markiert und identifiziert sich.

Update wird durchgeführt.

Bootphase:

Linke LED Rechte LED Beschreibung

Miniserver startet.

Miniserver lädt das Bootloader Image von der SD Karte.

Miniserver hat das Image erfolgreich geladen und wird es als nächsten Schritt entpacken.

Miniserver hat das Image erfolgreich entpackt.

Betriebssystem wird gestartet.

Miniserver lädt die Programm Datei.

SD Karte kann nicht gelesen werden. SD Karte überprüfen.

Kein lesbares Betriebssystem auf der SD Karte.
RJ45 Buchse Beschreibung

Intakte Netzwerkverbindung

Keine Netzwerkverbindung

Datenverkehr wird signalisiert

Wenn eine oder beide LEDs dauerhaft leuchten, ohne dass ein Stecker angeschlossen ist, weist dies auf eine Beschädigung der Schnittstelle hin.

Miniserver ersetzen

Wenn ein Miniserver durch einen anderen ersetzt werden muss, steht in Loxone Config ein Assistent zur Verfügung, der durch die notwendigen Schritte führt.
Starten Sie den Assistenten und folgen Sie den Anweisungen:


Sensoren

Kurzbeschreibung Einheit Wertebereich
Eingang 1 Digital 0/1
Eingang 2 Digital 0/1
Eingang 3 Digital 0/1
Eingang 4 Digital 0/1




Aktoren

Kurzbeschreibung Einheit Wertebereich
Aktor (Relais) 1 Digital 0/1
Aktor (Relais) 2 Digital 0/1




Diagnose-Eingänge

Kurzbeschreibung Beschreibung Einheit Wertebereich
Rechenleistungs-Drosselung Digital 0/1
Temperaturabschaltung Erreicht die CPU-Temperatur einen kritischen Punkt, werden die Ausgänge des Geräts abgeschalten. Gründe dafür können Kurzschlüsse, zu hohe geschaltene Lasten oder eine zu hohe Umgebungstemperatur sein. Digital 0/1




Eigenschaften

Kurzbeschreibung Beschreibung Standardwert
Seriennummer Gibt die Seriennummer des Geräts an.
Für Extensions: Tragen Sie hier 'Auto' ein, um eine Extension mit unbekannter Seriennummer automatisch einzulernen.
Dies kann nur verwendet werden, wenn nur eine Extension des gleichen Typs vorhanden ist.
Speichern Sie dann in den Miniserver, um die Extension einzulernen.
Danach muss das Programm wieder aus dem Miniserver geladen werden, um die tatsächliche Seriennummer der Extension ins Programm zu übernehmen.
-
Gerätetyp -
Interne Adresse Geben Sie hier die Adresse an, mit der der Miniserver über das lokale Netzwerk erreichbar ist (Hostname oder IP). -
Externe Adresse Geben Sie hier die Adresse an, mit der der Miniserver über das Internet erreichbar ist (Hostname oder IP).
Wenn sie den DNS cloud Dienst von Loxone abonniert haben, dann geben Sie hier
dns.loxonecloud.com ein. Optional dns.loxonecloud.com:port
Verwendet der Minisererver nicht den Standard-Port muss dieser angegeben werden
-
Externer Port HTTP Der externe Port, den Sie in den Portforwarding Einstellungen Ihres Routers für den HTTP Port des Miniservers angegeben haben -
Externer Port HTTPS Der externe Port, den Sie in den Portforwarding Einstellungen Ihres Routers für den HTTPS Port des Miniservers angegeben haben -
Miniserver Konfiguration Bearbeiten Sie Einstellungen des Miniservers. Hierzu muss eine Verbindung zum Miniserver bestehen. -




Sicherheitshinweise

Die Installation muss nach den einschlägigen Vorschriften durch eine Elektrofachkraft erfolgen.

Das Gerät muss auf einer DIN-Schiene in einem elektrischen Verteilergehäuse montiert werden, um den Schutz vor Berührung, Wasser und Staub zu gewährleisten.

Das Gerät darf nicht für sicherheitskritische Anwendungen zum Einsatz kommen.


Dokumente

Datenblatt Miniserver Compact

Loxone Ports & Domains

Temperaturen thermische Abschaltung