Tree Interkommunikation

Die Tree Interkommunikation wird genutzt, um mehrere Miniserver über die Tree Schnittstelle zu verbinden und Daten auszutauschen.
Es können dabei Digitalwerte, Analogwerte und Texte gesendet werden.

Dabei wird die Tree Schnittstelle des Miniserver, oder einer Tree Extension verwendet, und so die Geräte miteinander verbunden.

Die Tree Interkommunikation wurde mit Loxone Config v11.1 überarbeitet. Updaten Sie, um alle nachfolgend beschriebenen Funktionen nutzen zu können.

Sobald eine Tree Schnittstelle für die Interkommunikation verwendet wird, können keine Tree Geräte auf dem verwendeten Ast eingelernt oder betrieben werden.
Die Schnittstelle steht dann exklusiv der Interkommunikation zur Verfügung.

Wird die Tree Schnittstelle des Miniservers benutzt, so können bis zu 50 Miniserver auf diese Weise verbunden werden.
Wird die Tree Extension zur Interkommunikation verwendet, so werden aktuell nur zwei Tree Extensions unterstützt.

Die Übertragungskapazität ist von der Anwendung abhängig, es gelten folgende Richtwerte:
Über alle Teilnehmer hinweg (mehrere Sender und Empfänger) lässt sich bis zu 1 Paket pro Sekunde übertragen.
Wenn nur ein Teilnehmer sendet, alle weiteren nur empfangen, dann sind bis zu 20 Pakete pro Sekunde möglich.
Bei Verwendung der Verschlüsselung liegt die erreichbare Übertragungsrate noch niedriger.
Wählen Sie die Sendezyklen deshalb mit Bedacht, und vermeiden das Senden von Werten im Sekundentakt.

Die Verdrahtung zur Tree Interkommunikation sollte grundsätzlich in linien oder busförmiger Topologie ausgeführt werden.
Neben den Tree Datenleitungen ist auch die Verbindung des GND notwendig.

Konfigurationsbeispiel:

Jeder Miniserver kann grundsätzlich als Sender und Empfänger auftreten.
In den folgenden Beispielen werden die notwendigen Schritte dargestellt.
Dazu wird ein verschlüsselter Analogwert vom Miniserver A an den Miniserver B gesendet.

Grundeinstellung

Klicken Sie im Peripheriebaum zunächst auf die verwendete Tree Schnittstelle, und aktivieren Sie dann in den Eigenschaften die Option Tree-Interkommunikation.
Bei Verwendung der Tree Schnittstelle des Miniserver, muss an den äußersten Punkten (erstes und letztes Gerät) in den Eigenschaften die Terminierung aktiviert werden.

Vergeben Sie dann eine eine Eigene ID bei jedem Miniserver, der an der Interkommunikation teilnehmen soll. Später werden die Teilnehmer anhand dieser ID identifiziert.
Die maximale Länge der ID ist auf 8 Zeichen beschränkt.

Im folgenden Beispiel wählen wir für unseren Miniserver die ID MS_A:

Gegenstelle anlegen

Als nächstes wählen Sie in der Menüzeile Gegenstelle anlegen.
Bei ID der Gegenstelle tragen Sie die ID der Teilnehmer ein, an welche Sie senden oder von welchen Sie empfangen möchten.
Um Pakete von allen Interkommunikations Teilnehmern zu akzeptieren bzw. an alle Teilnehmer zu senden (Broadcast) verwenden Sie ‚*‘ als ID der Gegenstelle.

Im folgenden Beispiel möchten wir nur an eine bestimmte Gegenstelle senden, nämlich den Miniserver mit der ID MS_B:

Aktivieren Sie die Verschlüsselung und setzen Sie ein sicheres Kennwort, damit andere Teilnehmer an der Tree Interkommunikation die Daten nicht ausspähen oder fälschen können.
Zur verschlüsselten Übertragung von Daten muss sowohl am Sender als auch am Empfänger dasselbe Kennwort an der Gegenstelle eingetragen werden.

Eine Übertragungsstrecke zwischen zwei oder mehr Gegenstellen lässt sich auch als Kanal bezeichnen.
Wenn mehrere Kanäle mit den selben Empfängern oder Sendern gebildet werden, so ist für die Kanäle jeweils ein unterschiedliches Kennwort notwendig.

Beispiel 1:
MS_A sendet nur an MS_B
MS_C empfängt nur von MS_D
Es handelt sich um zwei getrennte Kanäle, daher kann an beiden Kanälen dasselbe Kennwort genutzt werden.

Beispiel 2:
MS_A sendet an MS_B
MS_A sendet an alle (*)
In diesem Fall gibt es zwei Kanäle, allerdings mit dem gleichen Absender.
Daher muss für die verschiedenen Kanäle auch ein unterschiedliches Passwort gesetzt werden.
An den beteiligten Gegenstellen eines Kanals, müssen die Kennwörter nach wie vor identisch sein.

Wert senden

Zum Senden eines Wertes wählen Sie nun Ausgang einfügen. Damit wird ein Aktor erstellt, der anschließend in der Programmierung verwendet werden kann.
Zur Identifikation verwenden Sie für das ausgehende Paket eine eindeutige Paket-ID.
Bei Datentyp definieren Sie, ob es sich um einen Digitalwert, Analogwert, oder Text handelt.

Speichern Sie abschließend das Programm in den Miniserver, danach wird im Tree Monitor der gesendete Wert angezeigt.

Im folgenden Beispiel senden wir einen Temperaturwert mit der Paket-ID Temp1 vom Miniserver MS_A an den Miniserver MS_B:

 

Wert empfangen

Auf einem anderen Miniserver wählen Sie ebenfalls in den Eigenschaften des verwendeten Tree Astes, die Option Tree-Interkommunikation.
Vergeben Sie dann auch hier eine Eigene ID, die sich von den anderen Teilnehmern unterscheidet.
Speichern Sie dann das Programm in den Miniserver, um die Interkommunikation zu aktivieren.

Auch hier müssen wir zunächst eine Gegenstelle anlegen, mit der ID MS_A, denn von diesem wollen wir in unserem Beispiel einen Wert empfangen.
Da wir zuvor beim Senden die Verschlüsselung aktiviert haben, machen wir dasselbe hier und geben auch dasselbe Kennwort ein.

Anschließend wählen wir Eingang einfügen. Damit wird ein Sensor erstellt, der anschließend in der Programmierung verwendet werden kann.
Zur Identifikation verwenden wir die Paket-ID Temp1, die wir zuvor beim Senden auf dem anderen Miniserver definiert haben.
Bei Datentyp wählen wir wieder Analog, da es sich um einen einfachen Analogwert handelt.

Danach wird das Programm in den Miniserver gespeichert, und wir können den Wert empfangen und in der Programmierung verwenden: