IR Steuerung

Anwendung

Die IR-Steuerung wird für komplexe IR-Codes verwendet, die bei gleichem Tastendruck auf der Fernbedienung immer unterschiedliche Codes senden. Die Hitachi Klimaanlage ist ein Beispiel dafür.

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BAUSTEIN EIGENSCHAFTEN

Es können bis zu 6 analoge Werte (AQ1-AQ6) in eine IR-Befehlssequenz umwandeln werden. Dieser wird am Ausgang TQ als Text ausgegeben. An TQ muss eine eingelernte Taste der Fernbedienung verbunden, dabei muss es sich um keine spezielle Taste handeln. In den Eigenschaften der IR-Steuerung wird der IR-Befehl für die benötigten Funktionen definieren. Durch Angabe des IR-Befehls wird der Aufbau der IR-Befehlssequenz definiert.

Achtung: Das Ganze funktioniert nur mit einfachen IR-Codes welche über ein Start-Bit (S) und End-Bit(E) sowie nur aus 0 und 1 bestehen. Der verwendete Befehl muss  mit einen Start-bit beginnen und  mit dem End-bit enden. Bei einem unvollständigen oder inkompatiblen Befehl wird von der IR Steuerung kein Befehl gesendet.

 

Eingänge

Name Bezeichnung Erklärung Wertebereich Einheit
AQ1 – AQ6 analoge Eingänge Analogwerte, die in eine Befehlssequenz umgewandelt werden sollen.

Ausgänge

Name Bezeichnung Erklärung Wertebereich Einheit
TQ Textausgang Ausgang, der die durch den IR-Befehl definierte Befehlssequenz ausgibt und mit dem IR-Aktor verbunden werden kann.

 

AUFBAU EINES IR-BEFEHLS

Grundsätzlich werden in einen IR-Befehl die unterschiedlichen Befehls-Blöcke durch ein Leerzeichen getrennt. Deshalb dürfen auch innerhalb eines Befehls-Blocks keine Leerzeichen verwendet werden. Die Befehlssequenz darf maximal 256 Bits lang sein. Das Start-Bit und End-Bit werden beim IR-Befehles weggelassen.

Werte-Block

Mit diesen Block kann die Befehlssequenz durch die Eingänge beeinflusst werden. Hiefür werden die Schlüsselwörter ‚V1-V6‘ repräsentativ für die Eingänge ‚AQ1-AQ6‘ verwendet. In einen Werte-Block können für einen Eingang Bitfolgen für unterschiedliche Eingagswerte definiert werden. Ein Werte-Block beginnt zum Beispiel mit den Schlüsselwort ‚V1‘ und wird mit einen Doppelpunkt ‚:‘ von den Werte-Definitionen getrennt. Anschließend folgt eine Aufzählung von Werte-Definitionen getrennt durch einen Strichpunkt ‚;‘. Eine Werte-Definitionen besteht aus den Eingangswert und der entsprechenden Bitfolge welche diese darstellt, getrennt durch einen Doppelpunkt. Dezimalzahlen werden mit einen Trennpunkt angegeben (zB 16.5).
Beispiel:
Werte-Block: V1:0:0000;1:0001;2:0010;3:0011;4:0100; => Liegt an AQ1 der Wert 3 an so wird für diesen Werte-Block die Bitfolge 0011 verwendet.

Konstanten-Block

Mit diesen Block kann in der Befehlssequenz eine konstante Bitfolge definiert werden. Hierfür wird das Schlüsselwort ‚C‘ verwendet. Ein Konstanten-Block beginnt mit den Schlüsselwort und wird mit einen Doppelpunkt ‚:‘ von der entsprechenden Bitfolge getrennt.
Beispiel:
Konstanten-Block: C:0101101000001 => In der Befehlssequenz wird die statische Bitfolge 0101101000001 verwendet.

Prüfsummen-Block

Mit diesen Block kann in der Befehlssequenz eine 8-Bit Prüfsumme eingefügt werden. Hierfür wird das Schlüsselwort ‚S‘ verwendet. Ein Prüfsummen-Block beginnt mit den Schlüsselwort und wird mit einen Doppelpunkt ‚:‘ von den Definitionen getrennt. Anschließend folgt der zu verwendete Prüfsummen Variante, es kann hierbei zwischen zwei gängigen Prüfsummen verfahren für IR Befehle gewählt werden (S:1 oder S:2) Die Prüfsumme wird von der gesamten Befehlssequenz berechnet.

Inverter-Block

Mit diesen Block können in der Befehlssequenz Bitfogen kopiert und invertiert werden. Hierfür wird das Schlüsselwort ‚I‘ verwendet. Ein Inverter-Block beginnt mit den Schlüsselwort und wird mit einen Doppelpunkt ‚:‘ von der Definitionen getrennt. Anschließend folgt die relative Position der zu kopierenden Bits und wird mit einen Strichpunkt ‚;‘  von der Anzahl zu invertierenden Bits getrennt.
Beispiel:
Inverter-Block: I:8;4 => Es wird 8 Positionen zurückgezählt und 4 Bits in invertierter Form für die Befehlssequenz verwendet.
IR-Befehl: C:0101101000001 I:8;4 => Der kopierte Teil entspricht hier ‚0100‘, dieser wird invertiert (‚1011‘) und in die Befehlssequenz eingefügt. Die Befehlssequenz ergibt somit in diesen Beispiel ‚01011010000011011‘.

ERSTELLUNG EINES IR-BEFEHLS

Um einen IR-Befehl für eine Fernbedienung zu erstellen ist es nötig deren Befehls-Aufbau zu kennen. Den Aufbau bekommt man entweder direkt vom Hersteller des Gerätes oder durch eigenhändiges analysieren der gesendeten Befehle. Die IR-Steuerung selbst wird meistens dann benötigt wenn es sich um ein Klimagerät handelt. Diese Fernbedienungen haben oft ein Display auf welchen der aktuelle Status des Klimagerätes angezeigt wird. Bei diesen ist es so das bei jeder Veränderung der gesamte Status über einen IR-Befehl an das Klimagerät gesendet wird. Um den Aufbau dieses Befehls verstehen zu können, entfielt es sich mehrere Befehle der Fernbedienung erstmals einzulernen und mitschreiben welcher Status bei welchen eingelernten Befehl aktiv war. Mit dieser Informationen kann dann nach und nach herausgefunden werden welche Bitfolgen welche Bedeutung in der Befehlssequenz haben. In der Loxone Config kann hierfür die gesendete Befehlssequenz entsprechend ausgelesen werden. Ist bekannt wie genau der Befehl nun Aufgebaut ist muss dieser noch in einen IR-Befehl umgewandelt werden. Hierbei sollte geprüft werden, welche Funktionen des Gerätes tatsächlich zum Steuern des Gerätes benötigt werden. Spezielle Sonderfunktionen können in den meisten Fällen weggelassen werden.

Programmierbeispiel

HITACHI KLIMAANLAGE

Die Befehlsfolge für die Hitachi Klimaanlage wird in den Eigenschaften der IR-Steuerung unter IR-Befehl“ eingetragen:

C:100000000000100000000000 C:00000010 I:8;8 C:11111111 I:8;8 C:10100111 I:8;8 C:10010001 I:8;8 C:00100000 I:8;8 C:11111100 I:8;8 C:1
V1:17:01010;18:11010;19:00110;20:10110;21:01110;22:11110;23:00001;24:10001;25:01001;26:11001;27:00101;28:10101;29:01101;30:11101 C:00 I:8;8 V2:0:1111;1:0001;2:0010;3:0011;4:0100 V3:0:1000;1:0100;3:0010 I:8;8 V4:0:1000;1:0000;2:0100;3:0010;4:0110;5:0001;6:0110;7:0011 C:0000 I:8;8 S:1

Eingang (AQ1) Temperatur 18 – 30 °C Temperatur
Eingang (AQ2) 0 = Auto, 1 = Heat, 2 = Dry, 3 = Cool, 4 = Fan Modus
Eingang (AQ3) 0 = Low, 1 = Med, 2 = High Lüfter
Eingang (AQ4) 0 = Auto, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 Lamellenstellung

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BEISPIEL MITSUBISHI KLIMAANLAGE

Die Befehlsfolge für die Mitsubishi Klimaanlage wird in den Eigenschaften der IR-Steuerung unter IR-Befehl“ eingetragen:

C:110001001101001101100100100000000000000000000100000 V2:0:001;1:100;2:010;3:110;4:111 C:00 V1:16:0000;17:1000;18:0100;19:1100;20:0010;21:1010;22:0110;23:1110;24:0001;25:1001;26:0101;27:1101;28:0011;29:1011;30:0111;31:1111 C:000001101100 V3:0:000;1:100;2:010;3:110;4:001;5:101 V4:0:00001;1:10010;2:01010;3:00110;4:10110;5:11110 C:00000000000000000000000000000000000000000000000000000000 S:1

Eingang (AQ1) Temperatur 16-31°C Temperatur
Eingang (AQ2) 0 = Auto, 1 = Heat, 2 = Dry, 3 = Cool, 4 = Fan Modus
Eingang (AQ3) 0 = Aus, 1 = Stufe 1, 2 = Stufe 2, 3 = Stufe 3, 4 = Stufe 4, 5 = Auto Lüfter
Eingang (AQ4) 0 = Auto, 1,2,3,4,5, 6 = frei Lamellenstellung

BEISPIEL DELONGHI PAC AN97 REAL FEEL

Die Befehlsfolge für das DeLonghi Klimagerät wird in den Eigenschaften der IR-Steuerung unter IR-Befehl“ eingetragen:

C:11010010 V3:18:01100;19:11100;20:00010;21:10010;22:01010;23:11010;24:00110;25:10110;26:01110;27:11110;28:00001;29:10001;30:01001;31:11001;32:00101; C:0 V4:0:00;1:10;2:01;3:11; V1:0:0;1:1 V2:0:00;1:10;2:01; C:000000011000000000000

Die Funktionen der Eingänge können aus der folgenden Tabelle entnommen werden.

Eingang Bezeichnung Wertebereich
AQ1 I/O 0/1
AQ2 Modus 0 = Kühlen
1 = Entfeuchten
2 = Lüften
AQ3 Temperatur 18°C – 32°C
 AQ4 Lüftungsgeschwindigkeit 0=Auto
1 – 3 = Lüftungsstärke

Hier können sie eine Musterdatei finden in welcher das Klimagerät entsprechend eingebunden ist. (Ab Version 10.0.7.23 – Public Beta)