Leistungsorientierte Netzentgelte ab 2027: Lastmanagement ist die Antwort
Österreich stellt die Netzentgelte ab 01.01.2027 um. Für die meisten Haushalte wird es günstiger. Teuer wird es genau dort, wo Wallbox und Wärmepumpe ungeregelt laufen — und das lässt sich verhindern.
Du kommst um 18:30 Uhr heim und steckst dein Auto an
Die Wärmepumpe heizt gerade auf, im Backrohr ist das Abendessen, die Wallbox zieht mit voller Leistung. Alles gleichzeitig, leider oft Realität — und ab 2027 der teuerste Moment deines Monats.
Denn die Netzentgelte werden umgestellt: Neben dem Verbrauch zählt künftig, wie stark du gleichzeitig Strom ziehst. Pro Monat wird dafür eine einzige Viertelstunde herangezogen — die stärkste.
Die gute Nachricht: Für rund drei Viertel der Haushalte wird die Netzrechnung dadurch gleich hoch oder günstiger. Die schlechte: Wer Wallbox und Wärmepumpe ungeregelt betreibt, zahlt drauf.
Verstehen, was sich ändert
Bisher zählt vor allem, wie viel Strom du beziehst (kWh).
Ab 1. Jänner 2027 zählt zusätzlich, wie viel gleichzeitig (kW) – die Spitzenlast.
Dein Netzbetreiber berechnet das aus den Zählerständen deines Smart Meters, in vier Schritten:
Zählerstände erfassen
Der Smart Meter speichert alle 15 Minuten den Zählerstand. Das passiert schon heute.
Leistung berechnen
Aus zwei Zählerständen ergibt sich die mittlere Leistung. 5 kWh in 15 Minuten entsprechen 20 kW.
Spitze finden
Pro Monat zählt die höchste Viertelstunde. Je höher die Spitze, desto höher kann der leistungsabhängige Anteil des Netzentgelts ausfallen.
Neu starten
Jeder Kalendermonat beginnt von vorn. Jeder Monat hat seine eigene Spitze.
Rechtlicher Rahmen: Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG, BGBl. I Nr. 91/2025) wurde am 11.12.2025 mit Zweidrittelmehrheit beschlossen; die Kernbestimmungen gelten ab 1.1.2027. Die Tarifstruktur regelt die E-Control über die SNE-G-V.
Was das für dein Zuhause bedeutet
77 %
zahlen gleich viel oder weniger.
Haushalte mit gleichmäßigem Bezug profitieren von der Neuverteilung.
23 %
zahlen mehr.
Vor allem Haushalte mit ungeregelter Wallbox und/oder Wärmepumpe.
Neu ist außerdem der flexible Netzzugang: Netzbetreiber dürfen die netzwirksame Leistung eines Anschlusses befristet begrenzen — je nach Netzebene 12, 18 oder 24 Monate. Anlagen, die ihre Leistung selbst regeln können, werden trotz Engpass sofort angeschlossen statt auf den Netzausbau zu warten.
Wallbox ungesteuert vs. mit LOXONE Lastmanagement
Einfamilienhaus, Wärmepumpe, Wallbox 11kW 16A Air/Tree, 30 kWh Ladebedarf, Auto steht die ganze Nacht.
| Ungesteuert | Mit LOXONE | |
|---|---|---|
| Ladeleistung | 11 kW, sofort und voll | 1,5–5,5 kW dynamisch |
| Gleichzeitig | WP 3kW + Kochen 3kW + Grundlast 0,5kW | WP 3kW + Kochen 3kW + Grundlast 0,5kW |
| Monatsspitze | 17,5 kW | 8,0 kW |
| davon über 10 kW | 7,5 kW (doppelter Satz) | 0 kW |
| Geladen/Auto voll | 30 kWh / 20:45 | 30 kWh / 01:00 |
| Leistungspreis pro Jahr | 846 € | 271 € |
* Die in diesem Rechenbeispiel verwendeten Tarife könnten sich mit der SNE-G-V Regelung noch ändern.
Differenz rund 575 €/Jahr (Endausbau 2029/30)
Gleiche Hardware, gleiche Energie, Auto morgens voll. Zwei Effekte wirken zusammen: die Spitze sinkt um 9,5 kW und der ungesteuerte Fall rutscht mit 7,5 kW in die doppelt so teure Stufe über 10 kW.
Dieser Knick macht ungeregeltes Laden überproportional teuer.
Wie LOXONE dabei helfen kann
Erst messen, dann regeln
Verrechnet wird die Spitze am Netzanschlusspunkt. Dort muss gemessen werden, sonst ist jede Lastregelung eine Schätzung.
Harte Leistungsgrenze
Der Lastmanager hält den Gesamtbezug unter einem definierten Limit.
Keine Viertelstunde überschreitet es.
Priorität statt Verbot
Ladeleistung reduzieren, Boiler warten, Wärmepumpe verschieben. Der Komfort bleibt, die Spitze entsteht gar nicht.
Ein System, alle Verbraucher
Wallbox, Wärmepumpe, Warmwasser, PV und Speicher gemeinsam im Miniserver statt vier Insel-Apps.
Entlastungsfenster automatisch
Günstige Netzzeiten nutzt das System selbstständig, ohne dass du daran denken musst.
Zukunftssicher
Tarife ändern sich. Limit und Prioritäten werden in der LOXONE Config angepasst, nicht durch neue Hardware ersetzt.
Kernargument: Das Netz verrechnet künftig die schlechtesten 15 Minuten jedes Monats — Unser Lastmanagement im Spitzenlast Manager Modus verhindert, dass diese 15 Minuten überhaupt entstehen.
Was du jetzt tun kannst

Mit der Messung starten
Ein Energiezähler am Netzanschluss ist der erste Schritt. Nach wenigen Wochen zeigt der Lastgang deine reale Monatsspitze.

Wallbox & Wärmepumpe einbinden
Wer beides ungeregelt betreibt, gehört zu den 23% der Haushalte, die 2027 mehr zahlen.

Nachrüsten statt neu bauen
In bestehenden LOXONE Installationen genügt es meist, den Lastmanager zu konfigurieren und die Verbaucher einzubinden.
Österreich setzt mit dem Förderprogramm des Klima- und Energiefonds einen wichtigen Impuls für die intelligente Nutzung von erneuerbaren Energien. Gefördert werden automatisierte Lösungen, die Stromverbrauch, Stromerzeugung und Speicher besser aufeinander abstimmen. Insgesamt stehen 4,9 Millionen Euro zur Verfügung. Die Einreichung ist seit 23. Juni 2026 möglich und läuft bis 15. April 2027 12:00 Uhr, solange Fördermittel verfügbar sind.
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FAQs
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Was ist der rechtliche Rahmen?
Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG, BGBl. I Nr. 91/2025) wurde am 11.12.2025 mit Zweidrittelmehrheit beschlossen. Die Kernbestimmungen gelten ab 1.1.2027. Die konkrete Tarifstruktur regelt die E-Control über die Systemnutzungsentgelte-Verordnung (SNE-G-V). Wichtig: Es handelt sich um keine neue Abgabe – die Netzeinnahmen bleiben in Summe gleich, das Geld wird nur anders verteilt: weg von „wer viel verbraucht“, hin zu „wer zum falschen Zeitpunkt stark zieht“.
Was bedeutet ein flexibler Netzzugang?
Das ElWG erlaubt es dem Netzbetreiber, die netzwirksame Leistung eines Anschlusses befristet zu begrenzen – je nach Netzebene 12, 18 oder 24 Monate –, wenn sonst ein Engpass droht. Für dich ist das ein Vorteil, wenn du deine Last selbst regeln kannst: Du wirst trotz Begrenzung angeschlossen, und zwar sofort, statt auf den Netzausbau zu warten.
Was kostet eine Erhöhung der Anschlussleistung?
Wer die vereinbarte Anschlussleistung erhöht, zahlt einmalig Netzbereitstellungsentgelt nach. Genau das lässt sich mit Lastmanagement vermeiden: Der Lastmanager hält den Gesamtbezug innerhalb der bestehenden Vereinbarung, die Wallbox kommt also ohne teure Anschlusserhöhung ins Haus. Statt in mehr Anschlussleistung investierst du in die Regelung dessen, was du schon hast.