Was Sie beim Bau Ihres Smart Home berücksichtigen sollten! Teil 2: Die Planung der Verkabelung

Krista Aumüller
10. März 2014 IN Know How

In unserem ersten Blogbeitrag über den gut geplanten Bau eines Smart Homes haben wir uns den ersten drei Tipps in der Planungsphase gewidmet. In Teil 2 der Planung geht es an die nächsten Tipps, die sich um das Thema Verkabelung bzw. Sensorleitungen drehen.

Für all jene, die Teil 1 unseres Blogbeitrags übersehen, nicht mehr ganz in Erinnerung, noch nicht gelesen haben,… unbedingt nachholen!

Phase 1: Die Planung Ihres Smart Homes

Die Planungsphase ist auf dem Weg zum fertigen Eigenheim die wichtigste Phase. Unsere Tipps aus dem ersten Teil haben wir hier noch einmal kurz zusammengefasst:

Tipp Nr. 1: Loxone Partner ins Boot holen.
Tipp Nr. 2: Ausreichend dimensionierte Verteiler vorsehen.
Tipp Nr. 3: Ausreichend Leerverrohrung einplanen.

Unsere nächsten Tipps drehen sich rund um die Verkabelung, denn: Kabel ist nicht gleich Kabel. Unsere Frage an Sie: Wie lange wollen Sie Ihr Haus nutzen? Vermutlich – wie üblich in Europa – ein Leben lang und über Generationen hinweg. Bauen Sie deshalb zukunftsorientiert. In der Planungsphase können Sie diese Zukunftsfähigkeit mit dem richtigen Kabel und der richtigen Verkabelung schaffen.

Tipp Nr. 4: Zukunftsorientierte Sternverkabelung

Unter der richtigen Verkabelung verstehen wir zukunftsorientierte Sternverkabelung. Das heißt, der Elektroverteiler in dem der Miniserver sitzt, ist die Zentrale des Smart Homes. Wir empfehlen eine strukturierte Verkabelung von der Taststelle, Steckdose, vom Temperaturfühler, Präsenzmelder, von den Fensterkontakten,… hin zum Elektroinstallations-Verteiler. Betrachten Sie die verteilerorientierte Verkabelung als Altersvorsorge für Ihr Smart Home! Altersvorsorge deswegen, weil…

  • Ihr Smart Home jederzeit um weitere Features erweitert werden kann.
  • Sie mit dieser Verkabelung unabhängig von der eingesetzten Technologie sind.
  • Sie bei Renovierungsarbeiten Leitungen nicht neu verlegen müssen und sich somit das Stemmen sparen.
  • Sie in Verbindung mit dem geeigneten Kabel Komponenten austauschen können, z.B. Ihren Taster gegen einen Multifunktionstaster.

Was wir mit geeignetem Kabel meinen, dazu jetzt mehr.

Tipp Nr. 5: Sensorleitungen für die Sensorik

Sensorik? Klingt sehr technisch, ist es auch. Nein. Was hier gemeint ist, erklären wir Ihnen mit einem Vergleich in der Biologie:

Sensorikelemente im Smart Home sind beispielsweise Temperaturfühler, Präsenzmelder, Kontakte an Türen und Fenstern,… vergleichen wir sie mit den menschlichen Sinnesorganen. Um auf die Signale von Sinnesorganen zu reagieren, verfügt der menschliche Körper über unzählige Nervenbahnen, die je nachdem was unser Gehirn entscheidet, entsprechende Aktionen auslösen, zB Muskeln zum Schutz anspannen lassen. Was die Nervenbahnen im Menschen sind, sind die Sensorleitungen im Smart Home. Der Miniserver ist das Gehirn. Die Muskeln lassen sich mit der Aktorik im Smart Home vergleichen und wären zB Stellantriebe auf den Heizventilen Ihrer Heizung. Aber dazu mehr im nächsten Tipp 6.  

Warum wir hier die Sensorik in der Planungsphase separat hervorheben? Weil die Verkabelung von Temperaturfühler, Taster, Präsenzmelder, Fensterkontakten, Regensensor, Windsensor,… unserer Meinung nach entscheidend ist. Unsere klare Empfehlung: verwenden Sie für die Sensorik in Ihrem Smart Home Sensorleitungen, also ein Twisted Pair Netzwerkkabel zB das CAT 7! Warum? Weil…

  • es datenfähig und lange haltbar ist.
  • Sie damit für die Zukunft gewappnet sind.
  • mit diesem Datenkabel eine schnelle Kommunikation ermöglicht wird.
  • dank starkem Kupferdrahtquerschnitt ausreichend Energie zum Verbraucher geleitet werden kann.

Diese Sensorleitungen bringen viel Flexibiltät und sollten Sie irgendwann in 30 Jahren renovieren haben Sie mit dieser Verkabelung vorgesorgt.

An der Stelle, wo sich heute ein Taster befindet, möchten Sie in 10 Jahren einen Monitor, einen Multifunktionstaster oder eine Notruftaste? Kein Problem!

Kurz zusammengefasst: In einem Raum, in dem ein Taster geplant ist, benötigen Sie zwei CAT 7 Kabel. Ein Kabel für den Taster, wobei hier dasselbe Kabel auch zur Verkabelung des Temperaturfühlers verwendet wird. Das zweite CAT 7 Kabel sehen Sie für den Präsenzmelder an der Decke vor.

In Räumen, in denen Sie keinen Taster haben, zum Beispiel im Keller, Flur, begehbaren Schrank, Technikraum,… reicht ein CAT 7 Kabel aus.

Sie haben dazu noch Fragen? Wenden Sie sich einfach an einen Loxone Partner in Ihrer Nähe!

Tipp Nr. 6: Das richtige Kabel für Smart Home Funktionen

Im Eigenheim gilt es neben der Sensorik die Verkabelung der Jalousiemotoren, Beleuchtung, Video Gegensprechanlage, Deckenlautsprecher,… zu beachten.

Die Aktorik

Wir vorhin angesprochen, zählen Stellantriebe auf den Heizventilen Ihrer Heizung zur Aktorik im Smart Home.

Für alle, die sich fragen was ein Stellantrieb macht, hier kurz die Erklärung:
Im Wohnzimmer soll ja immer Wohlfühltemperatur herrschen. Im Winter wird die Sonne im Smart Home zum Aufheizen des Raumes verwendet. Verschwindet die Wolke hinter einer dicken Wolkenschicht, reagiert der Loxone Miniserver bevor die Temperatur sinkt. Um die Wohlfühltemperatur aufrecht zu halten, schickt das Gehirn des Smart Homes einen Befehl an den Stellantrieb. Der Stellantrieb öffnet das Heizungsventil. Im Wohnzimmer bleibt es schön warm.

Aus Teil 1 wissen wir: ausreichend Leerverrohrung zwischen den Verteilern. Also auch zwischen dem Loxone Miniserver im E-Verteiler und dem Heizverteiler.

Neben dem Thema Heizung zählt auch die Beschattung zur Aktorik. Bedenken Sie in der Planungsphase die Verkabelung der motorisierten Beschattung ganz nach unserem Tipp Nr. 4 zentral zum Verteiler.

Die zukunftsfähige Zutrittslösung

Bauen Sie in Ihrem Zuhause beispielsweise die Loxone Intercom als Smartphone und Tablet taugliche Video Gegensprechanlage ein, reicht ein Netzwerkkabel aus. Durch den PoE- Anschluss (Power over Ethernet) sendet die Loxone Intercom über das Netzwerkkabel die notwendigen Informationen für Ihr Smart Home und bezieht gleichzeitig über dasselbe Kabel Strom.

Sie haben derzeit noch nicht an eine Video Gegensprechanlage gedacht? Aber bestimmt an Ihren Klingeltaster! Verwenden Sie für die Verkabelung Ihres Klingeltasters CAT 7. Bei Tipp Nr. 5 haben wir den Vorteil von CAT 7 schon erwähnt. Für all jene, die nicht mehr hinauf scrollen möchten: Mit CAT 7 können Sie statt dem Taster in ein paar Jahren einen anderen Sensorikpunkt anschließen. Oder statt dem Klingeltaster Ihre Video Gegensprechanlage! Neben der Verkabelung planen Sie auch einen Auslass für die Video Gegensprechanlage neben Ihrer Eingangstüre ein.

Zum Thema Zutritt und vor allem auch zur Sicherheit gehört auch ein Motorschloss und der Türkontakt. Bedenken Sie dafür ein weiteres CAT 7 Kabel.

Deckenlautsprecher

Für die Verkabelung der Deckenlautsprecher empfehlen wir herkömmliche Lautsprecherkabel. Nutzen Sie den Loxone Speaker als Deckenlautsprecher, haben Sie die Möglichkeit zwischen Mono- und Stereo-Betrieb umzuschalten. Das heißt: in kleinen Räumen verwenden Sie einen Lautsprecher im Stereo-Betrieb und benötigen dafür zwei Lautsprecherkabel. Im Wohnzimmer werden zwei Lautsprecher im Stereo-Verbund betrieben. Dazu reicht ein Lautsprecherkabel pro Loxone Speaker aus.

Sie denken zurzeit noch nicht an den Einbau von Deckenlautsprechern? Sorgen Sie mit einer Leerverrohrung in der Decke vor und Sie sind für die Zukunft gerüstet!

Genug über die Verkabelung der einzelnen Elemente. In der Planungsphase stehen noch weitere Punkte auf der “To do”-Liste. Aber die verraten wir in Teil 3.

Sie haben noch Fragen rund um die Planung der Verkabelung? Kontaktieren Sie unsere Projektberater! Gemeinsam mit unseren Loxone Partnern unterstützen wir Sie bei Ihrem Smart Home Projekt!