Plitsch platsch: 7 einzigartige Smart Pool Features! Teil 1/2: Die Praxis

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30. Juli 2013

Als wir vergangenen Herbst mit den Bauarbeiten für unseren Pool gestartet haben, war klar: Das muss ein Smart Pool werden. Der Abschluss und die Freude über das Projekt ist nun durchaus einen Blogbeitrag wert. Im Teil 1 von 2 widmen wir uns rein den Funktionen ohne dabei auf die technische Realisierung einzugehen. Daher eine wichtige […]

Als wir vergangenen Herbst mit den Bauarbeiten für unseren Pool gestartet haben, war klar: Das muss ein Smart Pool werden.

Smart Pool

Der Abschluss und die Freude über das Projekt ist nun durchaus einen Blogbeitrag wert. Im Teil 1 von 2 widmen wir uns rein den Funktionen ohne dabei auf die technische Realisierung einzugehen. Daher eine wichtige Botschaft an alle Techniker unter euch: Bitte etwas gedulden, im nächsten Teil gibt es nebst Infos zu Hardware Komponenten auch Beispiele für die Software-Umsetzung in Loxone Config.

 

Das Ziel: Der Lean Back Pool

Unsere Ideen gepaart mit den Inputs meines Loxone Gründungspartners, der schon mal Poolbesitzer war, ergab dann doch eine stattliche Liste an Wünschen, die es umzusetzen galt.

Nebst einer vollen Integration des Smart Pools in das Smart Home war uns vor allem der “Lean Back” Gedanke wichtig. In einem Haus gibt es bereits ausreichend Dinge die täglich/wöchentlich/… zu erledigen sind (täusche ich mich oder haben Sie soeben genickt?), da muss es nicht noch ein Pool sein, bei dem man laufend an irgendetwas denken muss, wie Filter spülen/rückspülen, Wasser nachfüllen, etc.

Dazu kam noch Sicherheit und … aber am besten lesen Sie selbst, welche Smart Pool Features dabei herausgekommen sind 🙂

Ein besonderer Dank an der Stelle an unsere Loxonauten, besonders an Martin Groiss aus dem Service- und Support-Team, für den unermüdlichen Einsatz (Einbauen > testen > umbauen > testen > …) bis alles perfekt war.

 

Feature 1: Herrenschwimmen, Damen-schwimmen, Massage

Damit dem Schwimmtraining nichts im Wege steht, haben wir dem Pool eine Gegenstromanlage verpasst.

Zwei starke Jet Pumpen mit einer Leistung von jeweils 2,8 kW sorgen für eine ordentliche Strömung im Pool. Geübte Schwimmer können somit auch ein ordentliches Training absolvieren.

Damit auch unsere Kinder, meine Frau (Sie möge es mir verzeihen) und ungeübte Schwimmgäste Spaß an der Sache haben, haben wir die Möglichkeit geschaffen die Strömungsstärke stufenlos zu regulieren. Dies ermöglicht unter anderem auch die Düsen als Massagedüsen zu verwenden, was ohne Regulierung nicht denkbar wäre.

Wir haben nun drei Szenarien eingerichtet:

  1. Herrenschwimmen – volle Leistung
  2. Damenschwimmen – halbe Leistung
  3. Massage – 10% Leistung

 

Natürlich kann man auch individuell per Schieberegler am iPhone & Co. die gewünschte Stärke einstellen oder ein Szenario ändern.

Smart Pool - Schwimmtraining

 

Feature 2: Mein Favorit – Gravierte Tasten

Vielleicht haben Sie sich beim Lesen von Feature 1 schon gedacht: “Na prima – jedes mal zum iPhone greifen und was mach’ ich, wenn ich im Wasser bin?”

Das folgende Feature ist dermaßen genial und hat sich daher einen eigenen Punkt verdient.

Normalerweise kommen zum Einschalten der Gegenstromanlage “Wasserfeste Tasten” (um es ganz banal zu schildern) zum Einsatz. Diese sind meist unschön (Achtung: subjektiver Eindruck) und fügen sich nicht gut ins Gesamtbild.

Deshalb haben wir uns hier etwas besonderes einfallen lassen: Die Tasten, sofern man diese als solche bezeichnen kann, sind in Form eingravierter Symbole in der Poolumrandung realisiert.

Smart Pool - Gravierte Taster

Es gibt somit …

  • keine mechanischen Teile die durch Wasser oder Außeneinflüsse kaputt werden könnten
  • keine vorstehenden mechanischen Teile
  • eine (meiner Meinung nach) saubere Lösung

 

Mit diesem Feature können Sie bei Badegästen einen echten “Wow”-Effekt erzeugen 🙂

 

Feature 3: Angepasste Filterdauer

Bei der Frage nach der Dauer der Filterdauer findet man im Internet zahlreiche Empfehlungen. Diese liegen im Allgemeinen bei  2-3 mal täglich umwälzen. Einigkeit herrscht darüber, dass im Hochsommer und bei hohen Wassertemperaturen (28°-30°) die Dauer höher sein sollte als in der Nebensaison bei 22°.

Gleich Vorweg: Es gibt zu diesem Thema so viele Meinungen und Expertisen, dass ich fachlich keine Aussage treffen möchte, was nun die perfekt Dauer sei. Vielmehr möchte ich unseren Lösungsansatz dazu vermitteln.

Anpassung nach Wassertemperatur

Je nach Wassertemperatur passt sich bei uns die Filterdauer automatisch linear an. Das heißt in der Praxis:

  • Bei 20° Wassertemperatur wälzen wir den Inhalt 2x am Tag um
  • Bei 30° Wassertemperatur wälzen wir den Inhalt 4x am Tag um

Das Ganze wird immer in zwei Zeitblöcken geteilt, einmal früh Morgens und einmal Abends, ausgeführt. Das führt beispielsweise derzeit bei einer Temperatur von 28,8° zu einer Pumpenlaufzeit von 2x 4,84h täglich.

Die Vorteile

  • Keine Stromvergeudung durch zu lange Filterzeiten
  • Erhöhte Filterzeiten in der Hochsaison
  • Lean Back: Kein manuelles Eingreifen in irgendwelche dummen Zeitschaltuhren

 

Feature 4: Automatische Füllung

Es gibt immer wieder Situationen bei denen Wasser aus dem Pool “verloren” geht:

  • Rückspülen und Klarspülen des Sandfilters
  • A…-Bomben und andere Akrobatikeinlagen der Kinder
  • usw.

 

Um sicherzustellen, dass der Pool immer den gewünschten Füllstand hat, haben wir dem gesamten eine Automatik verpasst.

Smart Pool - Automatische Füllung

Einmal in der Nacht wird der gewünschte Füllstand (einstellbar per iPhone & Co.) überprüft und der Pool bei Bedarf automatisch nachgefüllt.

Zusätzlich zeichnen wir auf, wann die Automatik den Wasserhahn aufdreht. Am Ende des Jahres haben wir dank Statistik einen Überblick, wie viel Wasser unser Pool nun tatsächlich gebraucht hat.

Ein kleines Zusatzfeature, dass bei der Umsetzung dieses Features noch dazugekommen ist: Wir haben nun auch den aktuellen Füllstand in der Visualisierung integriert.

 

Feature 5: Integriertes Beleuchtungs-konzept

Klassischerweise ist die Beleuchtung des Pools eine Insel für sich, steuerbar mittels einer Fernbedienung oder einer eigenen Steuerung.

Da wir im Terrassen und Gartenbereich verschiedene Ambientebeleuchtungen haben, war uns wichtig, dass der Pool damit synchron geht. Das Ergebnis: Der Pool macht am Abend alle Farbwechsel der Ambientebeleuchtung vom Feinsten mit.

Darüber hinaus ist auch die gesamte automatische Aktivierung der Abendszenen bei Dämmerung sowie die Abschaltung bei Beenden des Terrassenbetriebs (wird erkannt durch das Schließen der Schiebetür auf der Terrasse) integriert.

 

Feature 6: Integrierte Alarmanlage – Überwachung der Kuppel

Wir haben kleine Kinder. Uns war eine gewisse Sicherheit punkto “wann geht jemand in den Pool” extrem wichtig.

Kuppel als Basis
Als Basis dafür haben wir uns bei der Abdeckung des Pools für eine geschlossene Kuppel entschieden, was in unseren Breitengraden nebenbei auch die Nutzungsdauer des Pools auf’s Jahr gesehen verlängert.

Smart Pool - Integrierte Alarmanlage

Smart Pool - Integrierte Alarmanlage

Smart Pool - Integrierte AlarmanlageSmart Pool - Integrierte Alarmanlage

 

Die Kuppel besteht aus einzelnen Segmenten, jedes davon wird einzeln manuell entriegelt und aufgeschoben. Darüber hinaus befindet sich im ersten Segment eine Schiebetür mittels derer man auch bei geschlossener Kuppel in den Pool kann.

So weit zu den Grundlagen, nun zur Funktionalität
Wird die Abdeckung ohne vorherige Freigabe geöffnet, so wird sofort der Alarm ausgelöst.

Das bedeutet konkret:

  • Ein Anruf mit entsprechender Message ergeht an mich und meine Frau
  • Lichtblinken in diversen Bereichen im Haus

 

Die Freigabe des Pools kann erfolgen durch:

  • iPhone & Co.
  • Doppelklick auf eine Taste im Poolbereich
  • Doppelklick auf eine Taste auf der Terasse

 

Sie fragen sich vielleicht warum Doppelklick: Ganz einfach, damit Kinder die Freigabe nicht einfach versehentlich auslösen.

Wird die Abdeckung geschlossen, so reaktiviert sich die Pool Alarmanlage in 5 Minuten wieder automatisch.

Wirklich ein sehr feines Feature für die Sicherheit mit einfachsten Mitteln umgesetzt!

So wirds möglich
Um dies zu ermöglichen, haben wir in Eigenregie jedem Segment sowie der Schiebtür einen Überwachungskontakt verpasst.

An dieser Stelle ein Aufruf an alle Kuppelhersteller: Bitte werdet hier mal innovativ. So was sollte im Standard bestellbar sein!

 

Feature 7: Automatisches Rückspülen – Lean Back

Gemäß dem Leitfaden für faule Poolbesitzer war uns wichtig, dass wir nur so selten wie möglich irgendwo manuell eingreifen müssen.

Wöchentlich am Sonntag um 4:00 Morgens erfolgt die Reinigung des Sandfilters über den Rückspülvorgang mit anschließendem Klarspülvorgang.

Somit ist sichergestellt, dass der Filter immer über eine gute Reinigungsleistung verfügt.

By the way: Feature 4 sorgt danach wieder für den richtigen Wasserstand 🙂

Darüber hinaus kann bei Bedarf auch jeder Vorgang manuell ausgelöst werden – wie immer per iPhone & Co.

Smart Pool - Automatisches Rückspülen

 

Feature 8 (Zugabe): Alles integriert, vom Urlaubsmodus bis zur Visualisierung

Wichtig war uns bei dem gesamten Projekt, dass der Smart Pool nicht eine kleine intelligente Insel für sich ist, sondern ins gesamte Haus eingebunden ist.

Das Thema beginnt irgendwie bei der Visualisierung. Wir wollten auf keinen Fall eine andere App oder ein anderes System starten. Normale Tasten im Haus sollten bei Bedarf ebenso Aktivitäten im Pool auslösen können (z.B. Licht).

Integration wird unterschätzt – Beispiel Urlaubsmodus
Das Thema der Integration ist sehr spannend. Potential und Bedeutung werden oft unterschätzt. Vieles lässt sich bei einer guten Integration realisieren. Auch die Beschattung per Sonnensegel fügt sich nahtlos ein.

Als Abschluss noch ein kleines Beispiel zum Thema Urlaubsmodus: Einmal aktiviert für das Smart Home ändert das auch das Verhalten des Pools bei Abwesenheit seiner Besitzer (kein Nachfüllen während Abwesenheit, zusätzliche Alarmanrufe z.B. bei pH Wert Änderung, Temp. Sturz, usw.).

 

Feature 9+: Smart Pool und noch viel mehr

Viele weitere kleinere Features machen uns Freude im täglichen Sommerleben mit unserem Pool. Die kombinierte UV Anlage beispielsweise ermöglicht uns geringsten Chemie-Einsatz. Über die gesamte Sensorik und Aktorik die wir unserem Pool verpasst haben, wird vieles möglich.

Unglaublich war für mich welche Möglichkeiten sich beispielsweise alleine durch die Integration der Überwachungssensoren in der Kuppel ergeben. Das automatische Ausschalten der Gegenstromanlage bei Schließen des letzten Segments ist hier nur ein kleines Beispiel.

Dank Miniserver obliegt vieles nur unserer Fantasie, die Möglichkeiten sind unendlich.

Haben auch Sie einen Smart Pool oder Ideen was wir noch integrieren könnten? Ich freue mich über jedes Feedback.

P.S. Bitte nicht vergessen: Alles zur Technik dahinter im nächsten Teil.

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